Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

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Die Story dürfte ja hinlänglich bekannt sein, auch wenn diese Fassung sich in vielen Punkten von der klassischen Märchenversion abwendet und Schneewittchen zur Heldin und starken Persönlichkeit stilisiert, die den klassischen Retter nicht mehr braucht, sondern sich selbst mithilfe einer Kampfausbildung durch die 7 Kleinwüchsigen ihr Glück macht. Der Prinz ist hier eigentlich nur schmückendes Beiwerk und Objekt für schöne platte Slapstick-Einlagen. So ist auch der Rest des Filmes übertrieben mit Witz vollgestopft, leider aber so gezwungen und mit dem Holzhammer, dass man eben nur so halb lachen kann. Wirklich witzig sind eigentlich nur einige kleine Details und das Gebaren der bösen Königin, die von Julia Roberts mit sichtlich viel Spaß verkörpert wird. Ein schönes Detail ist auch die Beziehung der Königin zum Spiegel und ihre Art der Zauberei, die eben nicht ohne Preis ausgeübt werden kann. Die Handlung ist aber leider viel zu oft klischeehaft und vorhersehbar, auch wenn es glücklicherweise durch die Abänderung des Märchens noch einige wenige Überraschungen gibt, die den Film sehenswert machen.

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Tarsem Singh, der durch Filme wie „The Cell“ oder „The Fall“ bekannt wurde, ist offenbar ein großer Fan der opulenten Ästhetik, so sind in diesem Film vor allem die Kostüme und die wunderbaren Kulissen bemerkenswert und können zum Teil die magere Handlung rausreißen. Herrlich bildgewaltig ist das Schloss von außen und innen, sowie auch das Versteck der Zwerge. Die Kleider der Protagonistinnen und vor allem der Königin können gar nicht breit und groß genug sein, ein wahres Fest für die Augen.

Alles in allem kann man den Film durchaus angucken und wird gut unterhalten, dann gilt aber die Devise: Gehirn aus! Augen weit aufreißen!

Bewertung: 5/10

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