Teenie-Horror für Unerfahrene: Wish Upon

© Broad Green Pictures

Clare Shannon bekommt von ihrem Vater eine alte Spieluhr geschenkt, deren eingravierte Inschrift verrät, dass ihrem Besitzer alle Wünsche erfüllt werden. Obwohl Clare das nicht sonderlich ernst nimmt, ist die Verlockung doch zu groß, den ein oder anderen Wunsch auszusprechen. In nächster Zeit geschehen merkwürdige Dinge: Clares mobbende Mitschülerin wird von einer seltenen Krankheit befallen, der Highschoolschwarm interessiert sich plötzlich für Clare und sie selbst wird an ihrer Schule immer beliebter. Die mysteriöse Box scheint ja doch zu wirken! Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, muss sich Clare allerdings leider nur allzubald eingestehen.

Die Zahl der Filme, die sich mit Wünschen und deren meist negativen Folgen beschäftigen, ist enorm; selbst eine selektive Aufzählung wäre vergebene Liebesmüh. Das wäre an sich weniger ein Problem, wenn Wish Upon auf der Basis dieser Geschichte eigene Ideen zu bieten hätte. Stattdessen handelt es sich um ein Potpourri verschiedenster Horrorfilme, die mit Mühe und Not in einen einzigen gepresst wurden. Dabei schafft es der Film nicht, wie eine Hommage zu wirken, vielmehr erweckt er den Eindruck einer reinen Patchworkarbeit. Wer also noch nie einen Horrorfilm gesehen hat, der könnte von Wish Upon durchaus begeistert sein. In Deutschland ist der Streifen ab 16 freigegeben, wodurch im Unterschied zum originalen PG13-Rating ein Gutteil der Zielgruppe verfehlt wird, da naturgemäß jüngere Menschen weniger Filme gesehen haben.

© Broad Green Pictures

Die höhere Altersfreigabe dürfte an den Toden liegen, die der Preis für die Wünsche sind. Genauer gesagt an den blutig inszenierten Toden, welche es offenbar nicht in ein Final Destination-Skript geschafft haben und hier fehl am Platze wirken. Wish Upon schneidet sich da sozusagen ins eigene Fleisch. Auf morbide Weise sind diese Szenen in ihrer Absurdität aber leider auch ziemlich lustig. Wie erwähnt, kostet jede Wunscherfüllung das Leben eines Menschen. Anfangs bekommt Clare davon nichts mit: Die Opfer entstammen zwar mehr oder weniger ihrem Umfeld, aber direkter Kontakt ist eher selten. So ist es zu Beginn nicht weiter verwunderlich, dass Clare immer weiter wünscht, aber spätestens wenn sie Kenntnis davon hat, was ihre Wünsche letzten Endes bewirken, sollte ein vernünftiger Mensch schlichtweg aufhören, die Musikbox weiter zu benutzen. Stattdessen versucht Joey Kings Charakter schlau zu sein und die restlichen Wünsche dazu zu verwenden, alles rückgängig zu machen, was natürlich kräftig nach hinten losgeht.

Dreh- und Angelpunkt von Wish Upon ist die chinesische Musikbox, welche die Wünsche erfüllt. Einmal als zentrales inhaltliches Plotelement, zum anderen aber auch, weil sie schlichtweg heraussticht. Wer immer sie entworfen und hergestellt hat, war mit dem Prozess länger beschäftigt und hat sich mehr Gedanken gemacht, als die meisten anderen Leute, die an Wish Upon beteiligt waren. Die Tatsache, dass anscheinend alles mit praktischen Effekten gemacht wurde, ist durchaus bewundernswert, insbesondere da das Ergebnis mehr als überzeugt.

Wish Upon weiß zwar zu unterhalten, allerdings vermutlich leider nicht in der intendierten Art und Weise. Es dürfte sich zudem um den besten Film von Regisseur John R. Leonetti handeln, auch wenn das angesichts seiner Filmographie wenig aussagekräftig ist. Die Hauptdarstellerin und die vielleicht schönste Spielbox der Filmgeschichte vermögen der unoriginellen Story wenig entgegenzuhalten, rechtfertigen es aber durchaus, den Film einmal im Hintergrund laufen zu lassen.

Bewertung: 5/10

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