Teil 1 der Batman-Serie: Batman Begins

© Warner Bros

Hui, das war ein Aha-Erlebnis allererster Güte beim Gucken dieses ersten Christopher-Nolan-Batman-Films! Bisher hatte ich nur „The Dark Knight“ gesehen, der mich verwirrt und nicht sehr begeistert zurückließ, doch nun bin ich endlich aufgeklärt. Was für ein Film! 140 Minuten und elementare Erkenntnisse ließen mich jegliche Kundschaft in der Videothek vergessen… Warum Batman eigentlich die Fledermaus als sein Totem auserwählte, zum Beispiel. Warum er überhaupt zum Superheld wird, warum er so ein reicher Bonze ist, warum er so coole Ausrüstungsgegenstände hat. Nicht mal vor der Bonus-DVD, die ich in den allermeisten Fällen achtlos in der Hülle liegenlasse, machte ich halt. Nun weiß ich (fast) alles: zum Beispiel, dass Christian Bale zum ersten Drehtag mit 115 Kilogramm Lebendgewicht am Start war, also ungefähr einer Verdopplung seines Gewichtes nach der Zuschaustellung des absoluten Dürrseins bei „The Machinist“, woraufhin einige Menschen am Set witzelten, dass hier nicht „Fatman“ gedreht werde – nur weil Christopher Nolan ihn beim ersten Treffen anwies, soviel wie möglich zuzunehmen. Das nahm der Bale dann wohl etwas ernst, nun musste der Ärmste erstmal abspecken, damit er überhaupt in das supercoole Kostüm passte (auch dazu gibts eine tolle Erklärung auf der Bonus-DVD, ich sage nur Maßanfertigung mithilfe eines Ganzkörper-Christian-Bale-Abgusses!).

Der Film hat mich überzeugt, auch wenn ich die Szenen im asiatischen Kloster und die Kommentare von Liam Neeson teilweise ein bisschen zu dick aufgetragen fand – der coole Fight auf dem Eissee (übrigens ein echter in Island, der während der Dreharbeiten aufgrund des einsetzenden Tauwetters, gerne bedrohlich knackte – Bonuswissen!) reißt aber alles wieder raus. Sonst war die Story super, toll fand ich vor allem den Bösewicht (so ein hübsches Gesicht – so ein Fiesling!) und den bösen Plan mit der Grundwasserverpestung – der war so raffiniert, dass man nicht an ein Happyend für Gotham glaubt! Sehr cool ist natürlich unser aller Liebling Christian Bale, der Mensch kann einfach toll schauspielern, aber auch Liam Neeson löst durchaus Jubelgesänge und -tänze bei mir aus und von dem genialen Gary Oldman wollen wir nun gar nicht erst reden.

Ganz anders auch als bei üblichen Superhelden-Geschichten fällt es auch durchaus leicht, den Film irgendwie glaubwürdig zu finden, es braucht keine verstahlten Spinnenbisse, Superkräfte von anderen Planeten oder Mutationen – Batman ist ein Mensch wie du und ich (ok, vielleicht ein kleines bisschen besser trainiert) und auch seine Handlungen und vor allem sein rabiater Kampfstil (Keysi Fighting Method – hat ihre Wurzeln im Streetfighting und wirkt besonders realistisch und rabiat) sind nachvollziehbar und eben auch nicht unfehlbar. Auch die Stadt Gotham City wirkt durchaus wie von dieser Welt, bestenfalls etwas in der Zukunft angesiedelt (für die Aufnahmen in Gotham wurde übrigens ein verdammt großer Hangar mit Straßenzügen bestückt – eine Stadt in der Halle) und perfekt für unseren im Schatten lauernden Helden. Die Charaktere und Schauplätze sind realistisch und machen es dem Zuschauer leicht, in die Welt von Batman einzutauchen, eben ohne ständig zu denken:“Jaja, das klappt doch im wahren Leben nie!“ (das gilt natürlich nicht für jede einzelne Szene).

Das einzige Manko ist eigentlich die stinkend langweilige Darstellung von Katie Holmes, diese gerechtigkeitsverliebte Gutmenschin und nicht mal ansatzweise gleichberechtigte Partnerin neben Batman. Die Dame ist eigentlich nur da, um Batman anzuhimmeln, ab und zu von ihm gerettet zu werden, ihm schlaue Ratschläge zu geben und irgendwie den Staat und seine Gesetze zu verkörpern. Auch ihr Mienenspiel wirkt neben den glanzvollen Auftritten der anderen Schauspieler nicht sehr ausgefeilt und stinkt gelinde gesagt ab. Glücklicherweise ist der Film so toll, dass selbst das einem aber nicht die Laune verdirbt und man sich letztendlich doch voll und ganz dem Filmgenuss hingeben kann – schön!

 

Der Countdown bis Donnerstag geht weiter, ich bin sowas von angefixt!

Bewertung: 9,5/10

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