Teil 3 der Batman-Serie: The Dark Knight Rises

Puh, so lange gewartet und dann vergingen die 160 Minuten wie im Flug! Was für ein fulminantes Ende einer wunderbaren Trilogie! Der Film ist keine Minute langweilig, der Plot dreht und wendet sich unter den Fingern des Zuschauers, man weiß nie, was als nächstes passieren wird und das Ende ist so intelligent und gewaltig, dass es einen nur mit offenem Mund dasitzen lässt. Man freut sich, man hat Angst, man leidet, die Spannung zerreißt einen, man ärgert sich, man lacht, man ist aufgeregt – selten war man emotional so stark in einen „Actionfilm“ involviert (vielleicht ist der Film deshalb bei IMDb auch unter Drama und Thriller einsortiert). Christopher Nolan bringt seine Batman Trilogie zu einem hervorragenden Abschluss, ein Film, der eben von der Story und den Figuren lebt, nicht nur von seiner Action (die es aber natürlich auch nicht zu knapp gibt!).

© Warner

Der Bösewicht dieses Films wird sogleich in der ersten Szene eingeführt und bekommt einen besonders coolen und gruseligen Auftritt. Bane ist nun wirklich nochmal ein Gegner von einem ganz anderen Kaliber – nicht so durchgeknallt wie der Joker, nicht so hinterlistig wie Scarecrow, dafür mit einer körperlichen Präsenz, die ihresgleichen sucht. Sobald Bane im Film auftaucht, bekommt man Gänsehaut und will nach Mama rufen, man kann aber auch nicht weggucken. Tom Hardy macht seine Sache gut, trotz Maske vor dem Großteil seines Gesichts kann er Emotionen vermitteln, sein raubtierhafter Körper in Verbindung mit der Maske strahlt ungemeine Brutalität aus, er ist dem etwas ramponierten, untrainierten Batman haushoch überlegen. Der Typ ist verdammt gruselig, kommt extrem unbesiegbar daher und ich hatte wirklich Angstgefühle im Kinosessel. Banes böser Plan, zunächst undurchsichtig, verdichtet sich immer weiter, es gibt jede Menge Aha-Momente und das Ganze kommt unaufhaltsam zur Durchführung. Verdammt cool, verdammt fies das Ganze. Wie soll sich das nur zum Guten wenden?

© Warner

Und endlich endlich endlich gibt es eine Frauenfigur in Gotham, die es mit Batman aufnehmen kann! Wie hat mich das glücklich gemacht! Catwoman, die übrigens zu keiner Zeit so genannt wird – was für ein Glück – , wird sehr schön gespielt von Anne Hathaway und ist ein geschmeidiger und unterhaltsamer Charakter. Mit einer angeblich dunklen Vergangenheit, die jedoch nie weiter beleuchtet wird, hat der Charakter trotzdem eine gewisse Tiefe, man kann sich schnell vorstellen, was für eine Art Mensch sie ist. Catwoman wirkt auf alle Männer extrem anziehend und beklaut dieselben dann nach Strich und Faden – wie nett – und liefert sich amüsante Wortgefechte mit Bruce Wayne bzw. Batman. Sie wirkt zu keiner Zeit schwach und zerbrechlich, sondern ist eine coole Kämpferin, die sich in dem sonst eher männerdominierten Film behaupten kann, juhe!

Erwähnenswert ist auch Michael Caine als Alfred, der diesem Film besondere emotionale Tiefe gibt. Mit seiner väterlichen Sorge um Bruce Wayne ist er sehr sympatisch, zieht den Zuschauer auf seine Seite und vermag es, zu amüsieren oder ganz enthemmt die Tränen fließen zu lassen. Er ist wie ein alter Bekannter, der einem während all der Zeit ans Herz gewachsen ist. Hach. Als wichtige Nebenrolle sollte man auch Joseph Gordon-Levitt anerkennen, der Junge ist sowieso ein äußerst vielversprechender, junger Schauspieler und auch in „The Dark Knight Rises“ macht er eine gute Figur.

Alles in Allem ist der Film ein äußerst gelungener Abschluss der Trilogie um Batman, mit einem Ende wie es logischer nicht sein könnte. Es gibt endlich auch starke Frauenrollen, das bereits bekannte Cast überzeugt schauspielerisch wie immer (mir gefällt wieder einmal Gary Oldman, diesmal als gebrochener Mann etwas anders als die Male davor), die neu dazugekommenen Schauspieler fügen sich wunderbar ein und sorgen für Abwechslung und der Plot ist sehr überraschend und überzeugend. Ein Erlebnis für jeden Batman-Fan und absolut sehenswert.

Sehr spannend ist auch dieses kleine Video, das man sich vielleicht erst nach Filmgenuss ansehen sollte, wenn man vollkommen unwissend in den Film gehen möchte : THE DARK KNIGHT RISES – BEHIND THE SCENES

Bewertung: 9/10

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