The Congress

© Bridgit Folman Film Gang, Pandora Filmproduktion
© Bridgit Folman Film Gang, Pandora Filmproduktion

Robin Wright kennen Cineasten als Jen-ny, das depressive Hippie-Girl aus Forrest Gump, Gossipfreunde kennen sie als als Ex-Frau von Sean Penn. In The Congress (2013) spielt sie sich selbst – eine mittelalte Schaupielerin in einer Filmbranche, in der man als Frau in den Vierzigern mit viel Botox versucht als Frau Anfang dreißig durchzugehen. Und man fühlt sich sofort an Jenny erinnert, wenn man Robin Wright heulen sieht, denn mit ihrem Geheule beginnt der Film.

Das Filmstudio „Miramount“ bietet Ihr eine letzte Rolle an: sie solle sich virtualisieren lassen. Ein faustischer Deal: Während ihr 3D-Modell dann Filme dreht (vertraglich geregelt: keine Pornos) soll sie sich, fürstlich bezahlt, aus der Welt zurückziehen.

© Bridgit Folman Film Gang, Pandora Filmproduktion
© Bridgit Folman Film Gang, Pandora Filmproduktion

Gedrängt wird sie vom Produzenten Green (mephistohaft: Danny Huston) und Ihrem Agenten Al (väterlich: Harvey Keitel). Sie unterschreibt schließlich den Seelenverkauf, um sich mehr um Ihren Sohn zu kümmern (Frodo-haft zart: Kodi Smit-McPhee), dessen Krankheit ihn erblinden und ertauben lässt (ohne dass der Film das je plausibel zeigt).

Der Film von Ari Folman (Waltz with Bashir) begleitet seine Protagonistin anschließend nicht in Ihre anstehende Reise in die Bedeutungslosigkeit, sondern zeigt in einer bunten Achterbahnfahrt, was aus einer Welt wird, in der die Menschen nur noch glauben, in einer irren Zeichentrickwelt zu leben.

Leider fährt der Film gegen eine Wand, als der Traum endet und man wieder in einer schmuddeligen Realwelt landet. Natürlich will Ari Folman die Moral der Geschichte zeigen, leider ist das letzte Kapitel so überaus traurig und frustrierend, dass einem das Moralin im Hals stecken bleibt. Etwas mehr Leichtigkeit hätte dem Film gutgetan. Das Drehbuch springt hin und her und bietet dabei ein paar belanglose Nebenfiguren auf, die alle zu viel herumhadern, z.B. Jon Hamm als seufziger Lover, Paul Giamatti als noch seufzigerer Arzt. Einzig Robins Tochter ist als einzige von den „Guten“ kein Jammerlappen.

Völlig an den Haaren herbeigezogen ist der Titel des Films: Ari Folman bezieht sich auf Stanislaw Lems Kurzgeschichte Der Futurologische Kongress, mit der dieser Film rein gar nichts zu tun hat. Wer sich für diese Geschichte interessiert, dem empfehle ich den ZDF-Trash-Mehrteiler Ijon Tichy: Raumpilot.

Warum ich bei aller Kritik den Film doch genossen habe, ist Robin Wright selbst, die speziell am Anfang des Filmes ein Feuerwerk der Schauspielkunst abbrennt und deren emotionale Angeschlagenheit den wirren Plot zusammenhält. So zusammengepuzzelt und sprunghaft die Handlung ist, so witzig, überraschend und überbordend kreativ ist der Animationsteil des Films.

Fazit: The Congress konzentriert sich zu Recht auf seine zwei Stärken: die Hauptdarstellerin und das Animationsteam von Ari Folman. Der Rest ist leider eine Verschwendung von Talent.

Wertung: 5 / 10

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