The Frame

© Double Edge Films
© Double Edge Films

Fans von Science Fiction- und Fantasy-Stoffen erleben gerade gute Zeiten im Kino. Interessant deshalb, weil auch kleinere Filme plötzlich mit ausgeklügelter Tricktechnik aufwarten, das war mir schon bei Birdman aufgefallen. Ein Low-Budget-Film, der mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht hat, ist The Frame. Der Film nutzt geschickt Tricktechnik, um die Geschichte zu unterstützen und bietet dabei ein paar überraschende Momente, bei denen man sich fragt, wie sie genau entstanden sind. Ich habe den Film bei iTunes entdeckt, eine Indie-Perle in der C-Film-Abteilung .

Buch und Regie des Streifens stammen vom US-Filmemacher Jamie Winans, der noch dazu den hervorragenden Soundtrack des Filmes komponiert hat. Die eher unbekannten Hauptdarsteller David Carranza and Tiffany Mualem sowie eine simple, aber mitreißenden Plotidee lassen den Zuschauer sehr schnell in die Geschichte eintauchen. Die überbordende, fast schon kitschige Emotionalität sind Schwäche und Stärke des Filmes zugleich.

Die Handlung zeigt parallel die Geschichten von zwei Menschen in Krisensituationen: Der Gangster Alex entwickelt zunehmend Probleme mit der Gewalt seiner Geschäftspartner. Sein Vater liegt im Sterben und wird von tintenschwarzen Visionen heimgesucht. Die Sanitäterin Sam befindet sich in psychischer Behandlung, weil Sie dem Konflikt mit Ihrer Mutter, der Belastung durch Ihre Arbeit und Ihrer Einsamkeit nur mit Mühe standhält.

Der Film wird grandios, wenn er beginnt ins Surreale abzudriften. Auf eine sehr verblüffende Weise nehmen Alex und Sam miteinander Kontakt auf und versuchen daraufhin beide, Ihrer Situation, vielleicht sogar der Realität zu entkommen und zueinander zu finden. Musik und Spezialeffekte sorgen dafür, dass lange Strecken des Filmes wie ein Traum bzw. Albtraum wirken.

The Frame ist nicht darauf aus, eine einfache Boy-meets-Girl-Geschichte zu erzählen. Der Film konzentriert sich auf die getrennten Lebensgeschichten von Alex und Sam (die Nebenfiguren sind leider etwas eindimensional geraten). Mit den technischen Mitteln des Films ist es Jamie Winans möglich, die Frage „Was ist real und was nicht?“ auf wundersame Weise offenzuhalten. Gleichzeitig ist vor allem Alex‘ Teil der Geschichte ein echter Thriller, zum Fingernagelabkauen spannend bis zum Schluss.

Der Film ist nicht perfekt und trägt seine Symbolik etwas dick auf. The Frame bringt seinen Plot Twist schon sehr früh und bietet dadurch gegen Ende nur noch visuelle Überraschungen. Dafür bietet er schöne Bilder, Tempowechsel, sympathische und gut gespielte Hauptfiguren und ein bis zum Schluss originelles Drehbuch.

Bewertung: 7/10

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