The World’s End

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Es ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis, sich ab und zu der guten, alten Zeit zuzuwenden und sich an die wilde Jugend, die bierseligen Abende, die verrückten Aktionen im jugendlichen Leichtsinn und die ausgeflippten Partys zu erinnern, hier und da mal Musik von damals zu hören und melancholisch an seine besten Freunde zu denken, von denen man schon lange nichts mehr gehört hat, obwohl man damals dachte, nichts auf der Welt könnte einen jemals trennen. Und weil es so normal ist, dass man manchmal diese Zeit wieder zurückholen will und die Vergangenheit wieder aufleben lassen möchte, kann man auch die Hauptfigur in „The World’s End“ und ihre Beweggründe so gut verstehen. Gary King war seinerzeit der Anführer eine Gruppe von fünf Halbstarken, die die Straßen des friedlichen Ortes Newton Haven unsicher machten und der legendärste Abend war der, als die Jungs die goldene Meile vollenden wollten. 12 verschiedene Pubs säumen die Meile, doch der Pubcrawl in der Jugend endete frühzeitig – nach 20 Jahren will es Gary mithilfe seiner Freunde von damals aber noch einmal wagen.

Wie es sich für den würdigen Abschluss der Cornetto-Trilogie (bisher bestehend aus „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“) gehört, endet das Ganze natürlich in einem abgedrehten und skurrilen Trip voller Albernheiten und abgedrehten Ideen inklusive actiongeladenen Kämpfen gegen unheimliche Roboter-Teenager. Wer die beiden Filme davor mochte, wird hier nicht viel zu meckern haben, denn es geht in alter Manier gegen den Untergang der Welt, die beiden Hauptdarsteller Simon Pegg und Nick Frost machen eine gewohnt gute Figur und auch die Nebendarsteller können sich sehen lassen. Regisseur Edgar Wright präsentiert die üblichen comicartigen Schnittsequenzen, die wir bereits aus seinen anderen Filmen kennen und lieben.

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Die Handlung wird in angemessenem Tempo erzählt und vermag es, die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu fesseln. Die Geschichte ist spannend und interessant und wird durch Rückblenden aufgelockert und durch die liebenswerten Charaktere belebt. Besonderes Augenmerk gilt hierbei der Figur der Anführers Gary King, der zunächst als totales Arschloch erscheint, sich aber mehr und mehr zum bemitleidenswerten Würstchen entwickelt, der es nicht geschafft hat, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und immernoch herumläuft wie das Ebenbild des Sisters of Mercy Sängers Andrew Eldritch. Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet und erscheinen sehr glaubwürdig, so hat jeder von ihnen sein Päckchen zu tragen.

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„The World’s End“ ist ein großer Spaß, die Handlung ist spannungsreich und man entdeckt viele Merkmale aus den Vorgängerfilmen wieder, auch wenn sich das Ganze zum Ende hin etwas zu zerfasern scheint. Der Film ist eine Liebeserklärung an die Jugend, die Rebellion und nicht zuletzt an Großbritannien mit seiner einladenen Pub-Kultur, der den Zuschauer mit einer leicht melancholischen, aber zufriedenen Stimmung im Bauch zurücklässt. Ein würdiger Abschluss der Trilogie, der natürlich auch mit einem Cornetto gekrönt wird. Zum Abschluss entführe ich euch noch in den überaus hörenswerten Soundtrack des Films und damit in das Jahr 1987 – HEY NOW, HEY NOW NOW!

Bewertung: 8,0/10

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