The Zero Theorem

thezerotheorem
© Concorde Filmverleih GmbH

Den Trailer hatten wir ja bereits hier einmal präsentiert.

Ähnlich wie im Kultfilm Brazil zeichnet Gilliam eine dystopische Arbeitswelt, in der der einzelne Arbeiter nur eine Schraube in einer undurchsichtigen Maschinerie darstellt. Wie immer bei Gilliam ist das Production Design, speziell zu Beginn des Films, ein echter Hingucker. Die Technologie der Zukunft wirkt eher unperfekt und zusammengestöpselt, die krude medizinische Abteilung erinnert an Gilliams 12 Monkeys; Tilda Swinton wiederholt als Psychotante im Computer an ihre schrille Rolle aus Snowpiercer. Bei der Mischung aus Kawaii-Neonlicht und historischen Bauten kommt man aber auch am BladeRunner-Vergleich nicht vorbei. Leider versäumt Gilliam, vielleicht auch wegen des relativ niedrigen Budgets, uns mehr von seinen faszinierenden Kulissen zu zeigen.

Der Film hat weniger einen Plot, sondern steckt seine Hauptfigur in eine Art Tretmühle. Der exzentrische „Entitätenknacker“ Qohen Leth (Christoph Waltz) sucht ängstlich und unerfüllt nach dem Sinn des Lebens. Konkret wartet er auf einen sinnstiftenden Anruf während er an einer mathematischen Aufgabe herumtüftelt. Die Figur des paranoiden, manisch Suchenden erinnert dabei wohl nicht zufällig an Max Cohen aus Darren Aronofskys Pi. Qohens Sinnsuche wird empfindlich gestört, denn alle Nebenrollen des Films sind nichts anderes alles Störfaktoren, so der hysterische Abteilungsleiter Joby (David Thewlis), das allmächtige „Management“ (personifiziert durch Matt Damon), die verführerische Bainsley (Mélanie Thierry) und der gelangweilte Management-Sohn Bob (Lucas Hedges).

Wie in Django Unchained oder Der Gott des Gemetzels verlässt sich Waltz auf sein ausgeklügeltes Minenspiel und seinen überpräzisen Duktus. Die Rolle des soziophoben, sich die Glatze raufenden Computernerds ist Waltz dabei auf den Leib geschrieben. Für eine Hauptrolle fehlt es ihm jedoch ein wenig an physischer Präsenz und so kann er dem Film leider kein Tempo verleihen. Auch das Drehbuch ist von vorne bis hinten nur eine Art Ping Pong zwischen Qohen und seinen „Belästigern“. Während die erste Hälfte des Films ein surreales Spektakel ist, verkommt der Film im der zweiten Hälfte zum Kammerspiel; Figuren und Handlung verschwinden nach und in einem großen schwarzen Loch. Der Schluss wirkt leider alles andere als schlüssig, Contact lässt grüßen.

Fazit: Aus vielen sehr guten Filmen zusammengerührt. Leider von der Handlung her etwas zu statisch geraten.

Bewertung: 6/10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.