Things to Come: Die Kinovorschau 2018

Das Kinojahr 2018 liegt verheißungsvoll vor uns und bietet dem Filmfan endlose Entdeckungen. Wir haben uns ein wenig durch das Kommende gewühlt und persönliche Vorlieben und Abneigungen, Erwartungen und sichere Enttäuschungen herausgepickt und aufgeschrieben. Mögen sich die Watchlists rasant anfüllen und die Kinosessel endlose Bequemlichkeit bieten.

Maria

The Shape of Water (15. Februar 2018)
Wer bei Hellboy gut aufgepasst hat, kann sich vermutlich noch an den Amphibienmann erinnern, der, sehr höflich und sehr belesen, in einem Wasserbehälter herumgeschwommen ist. Mit The Shape of Water bekommt er einen eigenen Spielfilm, erneut inszeniert von Guillermo del Toro, der sich damit zurück in die Welt der Fantastik begibt und mit Sally Hawkins, Octavia Spencer und Michael Shannon grandiose Darsteller gewinnen konnte, die seine vermutlich in liebevollem Details ausgearbeitete Welt bevölkern werden. Must-See!

You Were Never Really Here (26. April 2018)
Wenn sich einer der talentiertesten Schauspieler und eine der spannendsten Regisseurinnen der Filmbranche zusammentun, kann eigentlich nur Gutes dabei herauskommen. Lynne Ramsay, die zuletzt mit dem herausragenden We Need to Talk About Kevin zeigte, dass sie Zwischenmenschliches in kleinsten Details sezieren und kaum erträgliche Spannungen erschaffen kann, bringt mit You Were Never Really Here einen offenbar ebenso düsteren Stoff auf die Leinwand. Der Trailer verspricht Großes.

Isle of Dogs (03. Mai 2018)
Schrullige Charaktere, struppige Pelze, präzise ausgearbeitete Sets und Bildkompositionen mit Vorliebe für die Bildmitte – Wes Anderson meldet sich nach vier Jahren Abwesenheit aus den Lichtspielhäusern zurück. Die Hingabe zum Detail und die erneute Entscheidung für die Stop Motion Animation, die bereits in Fantastic Mr. Fox für Begeisterungsstürme im Kinosessel sorgte, erklärt diesen ausschweifenden Arbeitsprozess und die ersten Bilder aus Isle of Dogs entschädigen bereits das lange Warten. Mit einer ungewohnten Portion Fernöstlichkeit verstrickt sich der Film in eine Handlung um einen kleinen Jungen, der seinen Hund auf abgelegenen Müllinsel sucht, die seit der Ausbreitung einer Hundegrippe das Exil aller Hunde der japanischen Stadt Megasaki City bildet. Shut up and take my money!

Jaschar

2018 wird erneut von Sequels und Remakes geprägt sein. Nach einem unterm Strich enttäuschenden 2017 bin ich alles andere als gehypet, auf meiner Watchlist sind für 2018 gerade einmal acht Filme zu finden – im Dezember 2016 waren es für 2017 fast das Zehnfache.

Ready Player One (5. April 2018)
Der Trailer macht einen glauben, wir bekämen endlich mal wieder einen guten Spielbergfilm. Auf Trailer sollte man nichts geben, abschließend kann das also erst nach Sichtung des Films festgestellt werden.

Alita: Battle Angel (19. Juli 2018)
Der Regisseur des einzigen Films, den ich wohl nie von meiner Watchlist werde abhaken können und ihn deshalb gar nicht erst drauf gesetzt habe (100 Years, Veröffentlichung am 18. November 2115) setzt sich zum ersten Mal seit Sin City 2 (2014) wieder auf den Regiestuhl fürs Kino. Das sowie die Tatsache, dass James Cameron am Drehbuch mitschrieb und Christoph Waltz eine Hauptrolle übernimmt, machen Alita zu einem Pflichttermin.

X-Men: Dark Phoenix (1. November 2018)
Nach einem hervorragenden X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, einem schwächelnden, aber akzeptablem X-Men: Apocalypse und einem fantastischen Logan: The Wolverine erwartet uns Ende dieses Jahres der nächste Streifen des Franchises. Was Regieneuling Simon Kinberg aus einer der beliebtesten Comicstorylines der X-Men macht, bleibt abzuwarten.

Philip

Lucky
Harry Dean Stanton spielt sich mit 90 nochmal selbst als fatalistischer Greis. Gefühlt war er schon in Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979) ein schnodderiger alter Sack. Unvergessen seine geniale Rolle als Repo Man im gleichnamigen Punk-Kultfilm von 1984.

Ready Player One
Zweifelsohne ein wilder CGI-Nerdgasm, zusammengekocht aus allen Spielbergfilmen und allem, was an Computerspielen Spaß macht. Das Buch zitiert die 80er wie die Computerwelten der 90er, las sich aber hölzern wie ein IRC-Channel. Parallel zur Schatzsuche im Film gibt es eine Schatzsuche für Fans im Internet – das goldene Ticket für die Schokoladenfabrik.

Avengers: Infinity Wars 1 von 2
Zu viele Figuren selbst für zweimal Überlänge, dazu vermutlich ein grausiger Cliffhanger zwischen den beiden Teilen, auf den Marvel uns nun schon seit Jahren hinplant. Dafür gibt es zwischen den Actionszenen ein paar noch nicht dagewesene Dialogpaarungen, das kennt man ja vom letzten Ausflug hinter die Game of Thrones Mauer. Zwar ist die Enttäuschung sicher, aber es gibt bestimmt viel zu lästern, deshalb Pflicht.



Stephan

25 KM/H (08. November 2018)

Die Geschichte klingt nicht neu: Zwei Brüder begegnen sich nach Jahren der Entfremdung zum ersten Mal wieder bei der Beerdigung ihres Vaters und erinnern sich daran, dass sie gemeinsam mit dem Mofa durch Deutschland fahren wollten. Kurzerhand beschließen die beiden Brüder, die sich in ihren Vierzigern befinden, sich diesen Jugendtraum zu erfüllen. Was aber aufhorchen lässt, ist das Lars Eidinger und Bjarne Mädel für dieses Projekt zum ersten Mal zusammen vor der Kamera stehen. Wenn diese beiden großartigen Schauspieler aufeinandertreffen, wird dies sicherlich mit einer hohen Spielfreude einhergehen. Es bleibt aber abzusehen, ob sie dem Road-Movie neue Aspekte abzugewinnen und zu überraschen wissen.

Lady Bird (19.04.2018)

Christine McPherson wächst im katholischen Umfeld auf, das sie einengt und von dem sie sich befreien will. Das Coming of Age-Genre ist wie der Roadmovie ein vielbeackertes Feld und dennoch wirkt der Trailer jung, vital und erfrischend. Bereits die Entscheidung, das Erwachsenwerden eine Teenagerin zu thematisieren, die sich auf der Suche nach ihrer Bestimmung befindet, stellt immer noch eine Besonderheit dar und lässt Großes erwarten. Nachdem in mehreren Filmen dieser Gattung ausreichend dargestellt wurde, wie es Jungen gelingt zu Männern zu werden, wird endlich die weibliche Perspektive eingenommen inklusive aller bedeutsamen Elemente wie die erste große Liebe, die Frage nach der eigenen Zukunft und das Herausstellen der Individualität. Gepaart mit gutem Witz hat der Trailer auf jeden Fall jetzt schon überzeugt, bleibt nur zu hoffen, dass dieses Zusammenspiel auch über den gesamten Film funktioniert.

Die Unglaublichen 2 (27. September 2018)

Seit nunmehr 14 Jahren wird gebannt auf die Fortsetzung von Die Unglaublichen – The Incredibles gewartet. Bisher gibt es nur einen sehr kurzen Trailer zu sehen, der die Spannung auf die Fortsetzung zu steigern weiß. Daher auch der Animationsfilm des Jahres, auf den ich mich am meisten freue.

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