To Rome with Love

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„To Rome with Love“ fängt schon schrecklich an. Der Zuschauer sieht einen dicklichen, italienischen Verkehrspolizisten auf einem Podest, der mit Akzent (der eigentlich sympatisch sein könnte, hier aber nur nervt) verkündet, dass er alles sehen könne, was in Rom vor sich geht. Deshalb führt er das Publikum mehr oder minder behutsam in die Geschichte und ihre jeweiligen Figurenkonstellationen ein – wie ungemein praktisch, denn mit so einem Voice-Over lassen sich viele erklärende Filmminuten oder gar eine behutsame Einführung ohne Worte sparen.

Wir lernen sogleich den leicht aufgedunsenen Alec Baldwin kennen, der sich im Verlauf des Films wie ein unsichtbarer und immer irgendwie fehl am Platz wirkender Geist in Jesse Eisenbergs Geschichte einschleicht, um hier und da einige wohlgemeinte, großväterliche Ratschläge in Sachen Liebe zu erteilen. Frei nach dem Motto: „Ich habs dir doch gesagt!“ ist er mal für die Charaktere des Films sicht- und hörbar und mal nicht – ein toller Kniff vom späten Europa-Liebhaber Woody Allen. Die Geschichten reichen von unendlich langweilig bis zu schrullig-eigensinnig und entlocken dem Zuschauer leider mehr Gähnen als Gelächter.

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Die schöne Stimmung und die unterschwellige Liebeserklärung an die Stadt, die man bei „Midnight in Paris“ noch spüren konnte, sucht man hier leider vergeblich. Hier und da gibt es ein schönes Bild von Rom, die Musikpalette kehrt jedoch grauenvollerweise immer wieder zur äußerst nervigen und bald ärgerlichen Version von Amada mia, Amore mio di El Pasador zurück, um den Zuschauer möglichst oft zu foltern und die gezwungen komische Anmutung des Films zu unterstreichen. Nicht gut.

Bewertung: 3,0/10

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