Tödliche Magie

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Magie, Zauberei und Täuschung sind sehr eng mit Film verknüpft. Georges Méliès, der geistige Vater des narrativen Films, war ursprünglich Illusionist und nutzte seine Bühnenerfahrung, um für die damalige Zeit Unglaubliches zu erschaffen. Heute ist das Verfahren jedem Kind bekannt, aber die Kamera aus- und nach diversen Umbauten wieder einzuschalten, statt den ganzen Film in einer statischen Einstellung zu drehen, war zu Zeiten Méliès‘ eine revolutionäre Idee. Durch diesen „Trick“ tauchten plötzlich Dinge im Bild auf, die vorher nicht da waren und aus dem Nichts zu kommen schienen. Für den durchschnittlichen Zuschauer damals kann dies nichts anderes als Magie gewesen sein, und doch ist es im Grunde nur simple Täuschung – wenn man den Trick erst einmal kennt.

Um Täuschung geht es auch bei Entfesslungskünstler Harry Houdini, der in den 1920ern mit 10.000 Dollarn durch die Welt reist: Wer ihm die letzten Worte seiner verstorbenen Mutter, die nur er kennt, nennen könne, soll das Preisgeld erhalten. Mary McGarvie betätigt sich als Medium und zieht mithilfe ihrer Tochter Benji leichtgläubigen Leuten das Geld aus der Tasche. Benji, die den Film stellenweise aus dem Off erzählt, macht Mary auf Houdinis Challenge aufmerksam und gemeinsam wollen die beiden sich der Herausforderung stellen und schrecken dabei natürlich vor keinem Mittel zurück. Als aber Harry und Mary ihre Gefühle füreinander entdecken, kommt alles anders als geplant.

Leider bietet Tödliche Magie, der im Original treffender Death Defying Acts heißt, keine überraschenden Twists, wie man sie bei diesem Setting zurecht erwarten würde. Wenn man schon die Chance hat, den größten Magier seiner Zeit zu überlisten, sollte man sie auch nutzen. Ein geschicktes, durchdachtes und subtiles Vorgehen ist gefragt – da wirkt es beinahe lächerlich, wenn die McGarvies sich schlicht dazu entschließen, in Houdinis Hotelzimmer einzubrechen. Lediglich Houdinis Reaktion am Ende könnte das Ganze für einige in ein anderes Licht rücken, gibt sie doch einen tiefen Einblick in seine Psyche.

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Timothy Spall spielt hervorragend als Houdinis Manager Sugarman. Guy Pearces Performance hingegen bleibt beinahe blass und Catherine Zeta-Jones sowie Saoirse Ronan gelingt es unter Armstrongs Regie nicht, dass man ihnen auch nur für eine Sekunde abnimmt, Mutter und Tochter zu sein. Auch zwischen Harry und Mary herrscht kaum Chemie, der Film versucht zwar uns glauben zu machen, sie würden sich ineinander verlieben, scheitert allerdings dabei.

Tödliche Magie ist ein gut ausgestattetes Kostümdrama, das die vielversprechende Ausgangslage leider nicht nutzt und dessen Story flach vor sich hinplätschert. Wer ein brillant ausgearbeitetes Duell zwischen zwei Magiern geboten bekommen möchte, sollte sich stattdessen The Prestige anschauen, den vielleicht besten Film den Nolan je gemacht hat und mit Sicherheit der beste Zaubererfilm.

Bewertung: 6/10

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